Green Out: Was es ist, warum es passiert und wie du damit umgehst

Industrieller Hanfanbau

Du konsumierst Cannabis und hast Angst vor einem schlechten Trip? Fast jeder, der Cannabis konsumiert, kennt diese Sorge im Hinterkopf: Was passiert, wenn der entspannte Rausch plötzlich kippt und sich ins Gegenteil verkehrt?

Jeden Tag erleben Menschen beim Konsum von Cannabis einen Green Out, ohne zu wissen, wie sie damit umgehen sollen. Dieses unangenehme Phänomen kann jeden treffen – vom Anfänger bis zum erfahrenen Konsumenten. Die meisten sind völlig unvorbereitet, wenn es passiert.

Ein Green Out ist kein Grund zur Panik, sondern ein vermeidbares Problem mit klaren Lösungen. Mit dem richtigen Wissen über Ursachen, Symptome und Hilfsmaßnahmen kannst du sicher mit Cannabis umgehen und anderen in Notsituationen helfen.

Lass uns ehrlich über dieses wichtige Thema sprechen – ohne Angst zu machen, aber mit allen Fakten, die du brauchst.

TL;DR – Green Out in 60 Sekunden:

  • 💚 Was ist Green Out: Akute Cannabis-Überdosis durch zu viel THC – unangenehm, aber nicht lebensbedrohlich
  • Hauptursachen: Zu hohe Dosis, hochpotente Produkte, Unerfahrenheit, Mischkonsum mit Alkohol
  • 🤢 Symptome: Übelkeit, Schwindel, Herzrasen, Angst, Paranoia, Blässe
  • Dauer: 1-4 Stunden beim Rauchen, 6-8 Stunden bei Edibles
  • 🆘 Erste Hilfe: Ruhe, sichere Umgebung, Wasser trinken, zuckerhaltiges Getränk
  • 🛡️ Prävention: "Start low, go slow" – kleine Dosen, langsam steigern

Was ist ein Green Out?

Ein Green Out (auch Greening Out genannt) ist der Moment, in dem der eigentlich entspannte Cannabis-Rausch in einen richtig miesen Trip umschlägt. Es handelt sich um eine akute Cannabis-Überdosis, ausgelöst durch eine zu hohe Konzentration von THC im Körper. Die betroffene Person fühlt sich extrem unwohl, sowohl körperlich als auch psychisch.

Abgrenzung zum normalen Rausch

Ein Green Out ist kein normaler, starker Rausch, sondern eine Vergiftungsreaktion des Körpers, der mit der Menge an THC überfordert ist. Während ein intensiver Rausch vielleicht noch als angenehm empfunden wird, ist ein Green Out durchweg von negativen Gefühlen geprägt.

Manche verwenden auch den Begriff "White Out", weil die betroffene Person oft sehr blass wird. Das Phänomen ist in der Cannabis-Community gut bekannt und gefürchtet.

Die Ursachen: Warum kommt es zum Green Out?

Die zentrale Rolle von THC

Der Hauptverantwortliche für Green Outs ist fast immer das Cannabinoid THC. In einer angemessenen Dosis bindet es an die Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn und löst die bekannten, meist positiven Effekte aus. Wird das System aber mit THC geflutet, gerät die Signalübertragung aus dem Gleichgewicht. Die Wirkung von THC kippt dann ins Negative.

Hauptauslöser und Risikogruppen

Hochpotente Produkte: Die Gefahr von Konzentraten und Edibles

Das ist vielleicht der häufigste Grund heute. Die Cannabisprodukte sind nicht mehr die gleichen wie vor 20 Jahren. Während der THC-Gehalt von Marihuana in den 90ern oft bei 3-5% lag, sind heute Sorten mit über 20% keine Seltenheit. Konzentrate können es sogar auf 70% THC und mehr bringen.

Ein einziger Brownie oder ein zu großer Zug von hochpotentem Cannabis kann das Risiko eines Green Outs drastisch erhöhen.

Unerfahrenheit: Anfänger sind besonders gefährdet

Anfänger haben noch keine Toleranz gegenüber THC aufgebaut, weshalb schon eine geringe Menge eine heftige Reaktion auslösen kann. Ein kräftiger Zug an einem starken Joint kann da schon zu viel sein. Erfahrung spielt eine große Rolle beim sicheren Umgang mit Cannabis.

Körperliche Faktoren: Konsum auf leeren Magen

Wer auf leeren Magen konsumiert, sorgt dafür, dass das THC schneller und intensiver vom Körper aufgenommen wird. Das kann die Wirkung unvorhersehbar verstärken und den Kreislauf belasten.

Mischkonsum: Die riskante Kombination

Die Mischung von Cannabis mit Alkohol oder anderen Substanzen ist besonders gefährlich. Alkoholkonsum verstärkt die THC-Aufnahme im Blut erheblich. Die Effekte addieren sich nicht nur, sie potenzieren sich. Viele erfahrene Konsumenten bestätigen: Die meisten Green Outs passieren, wenn Alkohol im Spiel ist.

Symptome: Wie fühlt sich ein Green Out an?

Die Symptome können von Person zu Person variieren, aber meistens ist es eine unangenehme Mischung aus körperlichen und psychischen Beschwerden.

Körperliche Symptome

  • Übelkeit, Erbrechen und Schwindel: Oft beginnt es mit einem flauen Gefühl im Magen. Die Welt fängt an sich zu drehen, was schnell in starke Übelkeit mündet.
  • Herzrasen und Blässe: Das Herz schlägt plötzlich wie wild, während die Haut blass und feucht wird. Ein klares Zeichen, dass der Kreislauf kämpft.
  • Kreislaufprobleme: Viele Betroffene fühlen sich, als würden sie jeden Moment ohnmächtig. Die Beine werden weich, das Aufstehen ist kaum möglich.

Psychische Symptome

  • Angstzustände und Paranoia: Das ist oft das Schlimmste am Green Out. Das Gehirn spielt verrückt, harmlose Gedanken werden zu bedrohlichen Szenarien. Die Person fühlt sich verfolgt oder hat das Gefühl, die Kontrolle komplett zu verlieren.
  • Panik und Desorientierung: Einfache Gespräche werden unmöglich, oft gibt es hinterher Erinnerungslücken. Die betroffene Person weiß nicht mehr, wo sie ist oder was passiert.

Symptome im Überblick

Körperliche Symptome Psychische Symptome
Übelkeit & Erbrechen Starke Angst & Panik
Schwindel & Benommenheit Paranoia
Blässe & kalter Schweiß Desorientierung
Herzrasen Kontrollverlust-Gefühl
Trockener Mund Gedächtnislücken

Verlauf und Dauer: Was passiert und wie lange dauert es?

Zeitlicher Ablauf beim Rauchen

Beim Rauchen oder Verdampfen von Cannabis setzen die Symptome eines Green Outs meist sehr schnell ein, oft innerhalb weniger Minuten. Der Höhepunkt ist typischerweise nach 30-60 Minuten erreicht. Danach flachen die schlimmsten Symptome langsam ab. Meist fühlt sich die Person innerhalb weniger Stunden wieder normal.

Sonderfall Edibles: Lange und intensive Wirkung

Bei Edibles liegt die wahre Tücke im verzögerten Wirkungseintritt. Es kann 30 Minuten bis zu zwei Stunden dauern, bis überhaupt etwas spürbar ist. Viele machen den Fehler, ungeduldig nachzulegen. Wenn die Wirkung dann einsetzt, kommt sie mit voller Wucht.

Erste Hilfe: Was tun bei einem Green Out?

Wenn du oder eine andere Person ein Green Out erlebt, ist das Wichtigste: keine Panik. Der Zustand ist extrem unangenehm, aber nicht lebensbedrohlich. Mit den richtigen Maßnahmen lässt er sich gut bewältigen.

3 Sofortmaßnahmen zur Linderung

1) Ruhe bewahren und sichere Umgebung schaffen

Bringe die betroffene Person an einen ruhigen, sicheren Ort mit frischer Luft, weg vom Trubel. Leise Musik oder Stille ist besser als laute Geräusche. Sage ihr immer wieder, dass das Gefühl vorbeigeht und sie sicher ist.

2) Atmung kontrollieren

Eine langsame, tiefe Bauchatmung kann helfen, Panik zu reduzieren. Zähle langsam beim Ein- und Ausatmen. Das lenkt ab und beruhigt das Nervensystem.

3) Flüssigkeit und Zucker

Ein zuckerhaltiges Getränk (Cola, Saft) kann Wunder wirken, um den Kreislauf zu stabilisieren. Auch einfaches Wasser zu trinken hilft gegen den trockenen Mund und unterstützt das Wohlbefinden.

Was du unbedingt vermeiden solltest

  • Lass die Person nicht allein – Gesellschaft gibt Sicherheit
  • Gib auf keinen Fall mehr Cannabis, Alkohol oder andere Substanzen
  • Setze sie nicht unter Druck – Geduld ist alles
  • Vermeide laute Musik oder hektische Umgebung

Wann ist medizinische Hilfe notwendig?

In den allermeisten Fällen ist keine ärztliche Hilfe nötig. Es gibt aber klare Warnsignale für den Notruf (112):

  • Bewusstlosigkeit oder keine Reaktion mehr
  • Extreme Atembeschwerden
  • Anhaltende, schwere Panikattacken
  • Bei Unsicherheit – lieber einmal zu viel als zu wenig anrufen

Prävention: Green Out zu vermeiden

Am besten ist es, wenn es gar nicht erst zum Green Out kommt. Mit Bewusstsein und Respekt vor der Substanz lässt sich das Risiko eines Green Outs drastisch senken.

"Start low and go slow": Die goldene Regel

Das ist das A und O der Dosierung. Fange immer mit einer kleinen Dosis an, besonders bei unbekannten Produkten. Nimm einen Zug und warte 15-20 Minuten ab. Bei Edibles warte mindestens zwei Stunden, bevor du nachdenkst nachzulegen.

Diese Regel ist besonders wichtig für Anfänger und beim Probieren neuer Sorten oder Produkte.

Bewusster Konsum: Set und Setting

Deine Umgebung und deine eigene Verfassung haben enormen Einfluss auf die Wirkung. Konsumiere nur, wenn du dich wohl und sicher fühlst. Stress, Angst oder eine ungemütliche Umgebung können einen Green Out begünstigen.

Risiken minimieren

  • Kein Mischkonsum: Vermeide die Kombination mit Alkohol oder anderen Substanzen. Das ist einer der häufigsten Auslöser für Green Outs.
  • Nicht auf leeren Magen: Iss eine Kleinigkeit vor dem Konsum. Das verlangsamt die Aufnahme und macht die Wirkung berechenbarer.
  • Richtige Produktwahl: Als Anfänger solltest du hochpotente Konzentrate und Edibles meiden. Greife zu Sorten mit moderatem THC-Gehalt.

Risiken und Langzeitfolgen

Akute Gefahren

Die größte unmittelbare Gefahr bei einem Green Out ist das erhöhte Unfallrisiko. Wer desorientiert ist und unter Schwindel leidet, kann leicht stürzen oder sich verletzen. Autofahren ist in diesem Zustand absolut tabu.

Ist ein Green Out tödlich?

Hier die beruhigende Nachricht: Weltweit ist kein einziger Todesfall dokumentiert, der direkt auf eine Cannabis-Überdosis zurückzuführen ist. Die letale Dosis ist so absurd hoch, dass sie durch normalen Konsum praktisch nicht erreicht werden kann.

Dennoch ist es ein ernstzunehmender Zustand, der für den Körper extremen Stress bedeutet und das Wohlbefinden stark beeinträchtigt.

Langfristige Folgen

Wer nur einmal einen Green Out erlebt, trägt normalerweise keine langfristigen Schäden davon. Passiert es jedoch häufiger, kann das ein Warnsignal sein:

Psychische Auswirkungen: Häufige Panik- und Paranoia-Erfahrungen können bestehende Angstzustände verstärken oder neue auslösen.

Toleranzentwicklung: Ständig hohe Dosen führen zu schneller Toleranzentwicklung. Man braucht immer mehr Cannabis für die gleiche Wirkung, was das Risiko weiterer Green Outs erhöht.

Green Outs im modernen Cannabis-Kontext

Die steigende Potenz als Problem

Die Zunahme von Green Outs hängt stark mit der gestiegenen Potenz von Cannabis zusammen. Der durchschnittliche THC-Gehalt ist von etwa 3% in den 1990ern auf heute oft über 15-30% gestiegen. Bei Konzentraten sind es teils über 70%.

Diese Entwicklung macht kontrollierte Dosierung schwieriger und erhöht das Risiko einer Überdosis erheblich.

Edibles als besondere Herausforderung

Edibles stellen eine besondere Kategorie dar. Ein einziger Brownie kann mehr THC enthalten als mehrere Joints. Der verzögerte Wirkungseintritt führt häufig zu Überdosierungen, weil Konsumenten ungeduldig nachkonsumieren.

Tipps für verschiedene Konsumformen

  • Rauchen/Verdampfen: Kleine Züge, zwischen den Zügen warten, Wirkung beobachten.
  • Edibles: Mit einem Viertel der empfohlenen Dosis beginnen, mindestens 2 Stunden warten.
  • Konzentrate: Nur für sehr erfahrene Konsumenten, winzige Mengen verwenden.

Hilfe und Unterstützung

Für die betroffene Person

Wenn du selbst einen Green Out erlebst:

  • Erinnere dich, dass es vorbeigeht
  • Suche eine ruhige, sichere Umgebung auf
  • Trinke Wasser und nimm etwas Zuckerhaltiges zu dir
  • Atme langsam und bewusst
  • Hole dir Hilfe von vertrauenswürdigen Personen

Für Helfer

Wenn du jemandem hilfst:

  • Bleibe ruhig und geduldig
  • Schaffe eine beruhigende Atmosphäre
  • Rede beruhigend und bestärkend
  • Sorge für Flüssigkeit und frische Luft
  • Überwache die Person kontinuierlich

Langfristige Unterstützung

Wer häufiger Green Outs erlebt, sollte:

  • Den eigenen Cannabiskonsum überdenken
  • Professionelle Beratung suchen
  • Möglicherweise eine Konsumpause einlegen
  • Mit einem Arzt über die Erfahrung sprechen

Fazit: Sicherer Umgang mit Cannabis

Ein Green Out ist eine heftige, aber ungefährliche Erfahrung, die aus einer Cannabis-Überdosis resultiert. Es ist kein Zeichen von Schwäche, sondern meist die Folge von zu potenten Produkten, Unerfahrenheit oder Mischkonsum.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Green Outs sind vermeidbar durch bewusste Dosierung
  • "Start low and go slow" ist dein bester Schutz
  • Bei einem Green Out: Ruhe, sichere Umgebung, Wasser, Geduld
  • Cannabis-Überdosen sind nicht tödlich, aber sehr unangenehm
  • Häufige Green Outs sind ein Warnsignal für problematischen Konsum

Mit Wissen und Respekt vor der Substanz steht einem sichereren Umgang mit Cannabis nichts im Weg. Der Begriff Green Out sollte nicht abschrecken, sondern zu verantwortungsvollem Konsum ermutigen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Green Out

Kann man von einem Green Out sterben?

Nein. Eine tödliche Cannabis-Überdosis ist nach derzeitigem wissenschaftlichem Stand praktisch unmöglich. Die unangenehmen Symptome sind jedoch real und sollten ernst genommen werden.

Hilft CBD bei einem Green Out?

Es gibt Hinweise darauf, dass CBD die psychoaktiven und angstauslösenden Effekte von THC abmildern kann. CBD-Öl während eines Green Outs könnte helfen, die Symptome zu lindern, aber gesicherte Belege fehlen noch.

Wie unterscheidet sich Green Out von einer Panikattacke?

Obwohl die psychischen Symptome ähnlich sein können, ist ein Green Out direkt durch Cannabiskonsum ausgelöst und wird fast immer von starken körperlichen Symptomen wie Übelkeit und Schwindel begleitet.

Ich erlebe öfter Green Outs – was kann ich tun?

Das ist ein klares Zeichen, deinen Konsum zu überdenken. Reduziere die Dosis drastisch, wechsle zu Sorten mit niedrigerem THC-Gehalt, mache eine Konsumpause oder sprich mit einem Arzt oder einer Beratungsstelle.

Können auch erfahrene Konsumenten einen Green Out bekommen?

Ja, definitiv. Auch erfahrene Raucher können einen Green Out erleben, besonders bei hochpotenten Produkten, Edibles oder Mischkonsum mit Alkohol. Erfahrung schützt nicht vollständig vor Überdosierung.

Wie lange dauert ein Green Out?

Beim Rauchen meist 1-4 Stunden, bei Edibles können es 6-8 Stunden oder länger sein. Die intensivsten Symptome klingen meist innerhalb der ersten Stunde ab.

Was ist der Unterschied zwischen Green Out und White Out?

Das sind zwei Begriffe für dasselbe Phänomen. Manche verwenden "White Out", weil die betroffene Person oft sehr blass wird. Beide beschreiben eine akute Cannabis-Überdosis.

Kann man einen Green Out bei CBD bekommen?

Nein, CBD allein kann keinen Green Out auslösen, da es nicht psychoaktiv ist. Green Outs werden durch zu viel THC verursacht. Bei CBD-Produkten mit THC-Spuren ist theoretisch ein sehr milder Green Out möglich, aber extrem unwahrscheinlich.

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